Städte ohne Autos!

Ein Beitrag für Tagesspiegel Causa von Daniel Dettling und Johannes Näumann

Das Umweltbewusstsein der Bürger ist seit der Debatte über Fahrverbote erheblich gestiegen. Drei Viertel der Bürger fühlen sich durch Autoabgase belästigt oder gestört. Eine Mehrheit fordert ein Fahrverbot für ältere Diesel-Fahrzeuge in den Innenstädten. Die Städter wollen die neue Mobilität. Mehr als 90 Prozent fordern eine gezielte Umgestaltung von Städten und Gemeinden. Allerdings gilt auch hier das NIMBY-Prinzip (Not in my backyard). Wenn eigene Gewohnheiten und Interessen betroffen sind, schlägt die theoretische Zustimmung schnell in praktische Verweigerung um. 

Zwar erfüllt das Auto seine eigentliche Funktion angesichts überfüllter Straßen voller Staus und knapper Parkmöglichkeiten immer weniger.  Ohne ein tragfähiges Konzept und ohne attraktive Alternativen sind Gewerbetreibende oder Berufspendler jedoch kaum zum Einstieg in den Umstieg zu überzeugen. Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass sich mutige Verkehrsprojekte umsetzen lassen, wenn man die Bevölkerung mitentscheiden lässt und frühzeitig am Prozess beteiligt.